Unsere Ältesten – Krieg und Nächstenliebe

Vor ein paar Tagen kam ich mit einer älteren Dame ins Gespräch. Als sie mir von ihren Söhnen erzählte, fragte ich, wie alt sie ist. Sie antwortete: „Ich bin 1936 geboren.“ Wie der Zufall es wollte, hatte ich am Vormittag noch mit einem Syrer das KZ in Dachau besucht. Ich fragte sie also ohne nachzudenken: … weiterlesen

Tag 0: Richelstraße

Heute vor genau einem Jahr machte ich mich das erste Mal auf den Weg, um zu helfen. Nachdem ich Tage zuvor in den Nachrichten sah, wie Menschen, die mehrere Wochen lang in Ungarn unter unmenschlichen Umständen ausharrten, am Münchener Hauptbahnhof mit offenen Armen empfangen wurden, suchte ich nach Möglichkeiten selbst aktiv zu werden. Durch Zufall … weiterlesen

Von Tunesien nach Frankreich, zwischen Unterdrückung und Erniedrigung

Einen Teil meiner Kindheit verbrachte ich in Tunesien. In dieser Zeit war Zine-El-Abidine Ben Ali an der Macht. Er beherrschte das Land mit eiserner Hand und führte einen erbitterten Kampf gegen die moderat islamische Opposition, deren wachsende Popularität ihm schon zu Zeiten von Burgiba, seinem Vorgänger ein Dorn im Auge war. Er verbot die Partei … weiterlesen

Zahnräder – Recht auf Uni

Am 15. Mai führte ich Gespräche mit mehreren Flüchtlingen, die auf der Zahnräderkonferenz ein Projekt vorgestellt haben. In einem früheren Artikel gab ich ein Interview mit einem jungen Mann wieder, der Kindern das Programmieren von Robotern beibringen wollte. Das zweite Gespräch führte ich mit Deemah, einer jungen Frau aus Syrien, die eine Initiative starten möchte … weiterlesen

Ramadan – Monat der Erinnerungen

Heute beginnt der Ramadan. Für die meisten Muslime beginnt damit eine besondere Zeit. Ich möchte hier nicht erklären, was der Ramadan ist oder wie er religiös begründet ist. Ich möchte auch nicht darüber schreiben, wie gefastet wird und welche Ausnahmen es gibt. Ich möchte nur darüber schreiben, womit ich den Ramadan verbinde. Und vieles davon … weiterlesen

Tag 43: Waldkraiburg – Willkür und Gleichgültigkeit

Sonntag, der 30.05.2016 Eine Woche bevor die Unterkunft in Dornach endgültig geschlossen hat, wurden alle Bewohner in andere Unterkünfte in und um München verlegt. Und da in den fünf Monate auch Freundschaften entstanden sind, blieben einige Helfer mit Flüchtlingen in Kontakt und informierten sich über deren neue Situation. Sehr schnell wurden aus einer Unterkunft Beschwerden … weiterlesen

Der letzte Tag

Samstag, der 28.05.2016 Heute war ich das letzte Mal in der Unterkunft in Dornach. Jedoch weder Syrer noch Iraker brauchten einen Dolmetscher, und Tischtennis spielten sie auch nicht mehr. Auch Somalier, Eritreer, Afghanen und Malier waren nicht mehr anzutreffen, denn die Unterkunft steht seit einer Woche leer und wird zum Ende des Monats endgültig geschlossen. … weiterlesen