Tag 8: ZOB

Sonntag, der 27.09.2015 Ich war gestern Abend von 20 Uhr bis 0 Uhr als Helfer und arabischer Dolmetscher am ZOB. Es war ein relativ ruhiger Abend. Deshalb kam es nur zu einigen kurzen Begegnungen. Zudem waren viele Afghanen unterwegs, mit denen ich mich – aufgrund der Sprache – nicht unterhalten konnte. Begegnung 1 Bei meiner Ankunft sitzt ein junger, minderjähriger … weiterlesen

Warum ein Blog?

Als ich angefangen habe, meine Eindrücke aus den Notunterkünften auf Facebook zu veröffentlichen, hatte ich zuerst als potenzielle Leserschaft nur die Helfer vor Augen. Wider Erwarten war die Resonanz jedoch viel größer. Ich habe das Gefühl, dass die Gespräche viele Leute bewegen. Ich hoffe sehr, dass diese Berichte zu einem guten Zusammenleben in Deutschland beitragen. … weiterlesen

Tag 6: Dornach

Montag, der 21.09.2015 Eigentlich sollten gestern alle Flüchtlinge aus Dornach weggebracht werden. Anscheinend fehlten aber Busse, weshalb ein Teil der Anwesenden in der Notunterkunft blieb. Telefonisch erkundigte ich mich, was in der Unterkunft fehlte. Daraufhin machte ich mich auf den Weg zu dem arabischen Nahrungsmittelladen in meiner Nachbarschaft in Pasing. Dort wollte ich Instantsuppen und … weiterlesen

Interview mit Usama Abdul-Mohsen

Usama Abdul-Mohsen ist der Mann, der in Ungarn von einer Journalistin zu Fall gebracht wurde. Der Sender Aljazeera strahlte mit ihm ein Interview aus. Hier die Übersetzung: „Ich bin Usama Abdul-Mohsen aus der Stadt Deir Ezzor. Geboren 1963, verheiratet und habe 4 Kinder. Ich arbeite seit 1983 in einem Verein als Trainer. Ich habe als Vorstandsmitglied … weiterlesen

Tag 5: Dornach

Donnerstag, der 17.09.2015 Gestern bin ich das erste Mal in die Notunterkunft der Johanniter in Dornach gefahren. Ich blieb zwischen 20 und 1 Uhr dort und half beim Übersetzen, dabei kam es zu mehreren Situationen. Situation 1 Ein junger Mann um die 25 aus Damaskus kommt zu mir und benötigt Hilfe mit seiner SIM-Karte. Es … weiterlesen

Tag 4: Messestadt

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Dienstag, der 15.9.2015

Die Grenzen wurden geschlossen. Es kommen kaum noch Flüchtlinge an. Dennoch bin ich gestern zur Messestadt gegangen und war von 23 bis 5 Uhr vor Ort. Es waren noch ca. 250 Gäste in der Einrichtung. Wieder habe ich einige Gespräche geführt und mir Notizen gemacht.

Begegnung 1

Drei 17-jährige Jugendliche werden vom Jugendamt betreut. Ich übersetze. 2 von ihnen sind Syrer, der eine aus Ladhiqia, der andere aus Halab. Beide waren ein paar Monate in der Türkei, sind dann aber weiter nach Deutschland. Ihre Mütter haben sie in der Türkei gelassen. Sie wollen versuchen, sie nachzuholen. Der Dritte ist Iraker. Er ist auch 17. Ich fragte ihn:
– Woher kommst du?

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Tag 3: Hauptbahnhof

Eigentlich wollte ich gestern wieder zur Messestadt. Es gab einen Aufruf Decken, Schlafsäcke und Isomatten am Hauptbahnhof abzugeben, also entschloss ich mich,  2 Schlafsäcke, die ich eigentlich nie genutzt habe, dort vorbeizubringen. Die Situation am Hauptbahnhof war dramatisch, deshalb entschloss ich mich zu bleiben. Ein Zug sollte irgendwann kommen und Flüchtlinge in eine Stadt in … weiterlesen